KV-Hotellerie u. Gastronomie

Das war die original Mail an Interessensvertreter!

Diese geleakte Mail wurde von den Medien teilweise “absichtlich” falsch interpretiert. Es geht zu keinem Zeitpunkt um die gerechtfertigten Lohnerhöhungen unserer Mitarbeitenden sondern um die Rahmenbedingungen um weiter unsere Dienstleistungen erbringen zu können.

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Ausschuss-Mitglieder!

Mit großem Unverständnis und tiefer Besorgnis wenden wir uns bezüglich des kürzlich abgeschlossenen Kollektivvertrags für die Gastronomie und Hotellerie an Sie.

Bereits zu Beginn möchten wir die Frage aufwerfen, ob sich unsere zuständigen Fachgruppenvertreter ernsthaft die Mühe gemacht haben, auszurechnen, welche weitreichenden Folgen diese Änderungen tatsächlich für unsere Branche haben werden. Offensichtlich nicht, denn der bekanntgewordene Ablauf der Verhandlungen

und der erfolgte Abschluss dieses Kollektivvertrags stellen eine erhebliche einseitige Verschlechterung der Bedingungen dar, die die Arbeitgeberseite in unzumutbarer Weise belastet.

Es ist unbegreiflich, dass trotz der Kompetenz und Weitsichtigkeit der meisten Tiroler Ausschussmitglieder, indem diese den einstimmigen Beschluss fassten, dieses Verhandlungsergebnis abzulehnen, unsere Fachgruppenverantwortlichen, offensichtlich dennoch aus persönlichen Befindlichkeiten, diesen gravierenden Änderungen zugestimmt haben. Dieses Verhalten könnte man heutzutage auch als „Gewessler-Alleingang“ bezeichnen.

Unsere Fachgruppenverantwortlichen haben es offensichtlich versäumt, die berechtigten Interessen der Branche zu wahren. Stattdessen wurde ein Abschluss akzeptiert, der jeden einzelnen Betrieb (egal ob groß oder klein) massiv schädigt. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass im persönlichen Gespräch bestimmte Neuregelungen als „Gewinn“ dargestellt werden, obwohl sie bei genauer Betrachtung keine Verbesserung, sondern vielmehr eine zusätzliche Belastung abbilden.

Erstes Beispiel: Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraums wird als positive Entwicklung verkauft. Schaut man sich jedoch die tatsächlichen historischen Daten der Betriebe im Vergleich an, stellt man fest, dass diese Regelung keinerlei Verbesserung bringt. Im Gegenteil – viele Betriebe werden gezwungen sein, auf die Durchrechnung zu verzichten, da im Zusammenspiel mit anderen untragbaren Neuerungen zu erheblichen Mehrbelastungen führt.

Zweites Beispiel: Es ist Tatsache, dass ab dem 1. November der Istlohn zur Berechnung der Sonderzahlungen herangezogen werden soll, bei der ohnehin schon großzügigen Entlohnung unserer Spitzenkräfte bzw. Fachkräfte bzw. von uns angelernten Kräften nicht akzeptabel. Diese Maßnahme führt zu einer weiteren finanziellen Belastung unserer Betriebe, die nicht nur in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten absolut kontraproduktiv ist. Allein hier wäre es klüger gewesen, einen Deckel bei der Bemessung zu verhandeln, im Wissen der tatsächlichen Belastungen.

Egal wer die Verhandlungen führt! Es ist völlig unverständlich, warum überhaupt kein kompetenter Vertreter aus dem Tourismusland Nr.1 zu den Verhandlungen entsandt wurde. Hat sich jemand unserer Fachgruppenvertreter zumindest das Verhandlungsergebnis vor Zustimmung durchgelesen? Eine fachliche Prüfung wäre durchaus angebracht, um die tatsächlichen Auswirkungen frühzeitig erkennen zu können.

Dieses nun vorliegende neue Belastungspaket hat zur Folge, dass jeder Betrieb mit mindestens 10 Prozent mehr Lohnsumme belastet wird. Ein bereits nachgerechnetes Modell eines mittleren Betriebes sogar mit 15 Prozent!

Wir erwarten eine umgehende Aufklärung und entsprechende Konsequenzen für die Untätigkeit und Unfähigkeit der Verantwortlichen (Schadenersatzforderungen?), zumal wir in unseren Reihen kompetente Arbeitsrechtler haben, die bei den Verhandlungen entsprechend mitwirken bzw. prüfen hätten können. Es muss alles darangesetzt werden, diesen untragbaren Kollektivvertrag sofort aufzukündigen und neu zu verhandeln bzw. auszusetzen.  Es wäre nicht das erste Mal, ohne neuen Kollektivvertrag zu arbeiten!

Anzumerken ist auch, dass es ab 01.05.25 noch weitere untragbare Verschlechterungen im Rahmen diese KV geben würde.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Kostner (Touristiker, Obmann des TVB Alpbachtal)

David Hirber (Hotelier und Unternehmer)

Stefan Schuler (Hotelier und Unternehmer)

Über den Autor Alle Beiträge anzeigen

Frank Kostner

Frank Kostner (geb. 1974), gelernter Touristiker. Seit Kindesbeinen an im Geschäft. Steht für zeitgemäßen und innovativen Geschäftssinn und Tourismus. Bevorzugt pragmatische Herangehensweise und Lösungen. Gegenwind ist sein Antrieb. Motto: Gebremst schneller und besser zu sein,
_ während andere bereits am Anschlag Gas geben!

Anonym einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Name, E-Mail-Adresse und Webseite sind optionale Angaben..